| KONZEPT
Improvisierte Musik bedeutet immer auch-mit verschiedener Gewichtung-Verfeinerung
eines allfälligen musikalischen Konzeptes.
Konzerte sind dabei Katalysator von verschiedenen musikalisch-interaktiven
Prozessen.
Wobei zu Anfang noch nicht klar ist:Sind die Kompositionen schlüssig?Sind
sie zwingend,in sich schlüssig?
Und besonders diese Fragen haben uns sehr beschaeftigt:
"Wieviel an Improvisation vertragen die Kompositionen?Wo braucht
es Oeffnung und wo auch evtl. "Sprengung" kompositorischer und
allzu einengender Fesseln?"
Der Austausch zwischen Publikum und Musiker, das Feedback des Publikums
sowie ganz besonders die selbst gemachten Erfahrungen mit den Kompositionen
dienen dabei oftmals auch als Korrektiv und als willkommene Impulsgeber.
Landolt-als working band in process-hat nun in kurzer Zeit um die 15 öffentliche
Aufführungen gegeben.
Diese ansehnliche Anzahl Konzerte und die daraus resultierende Erfahrung
mit der Umsetzung des kompositorischen Materials hat jedem der 4 Musiker
von Landolt viel Klarheit betreffend der Umsetzung des kompositorischen
Materials gebracht.
Trotz aehnlicher oder gleich gelagerter Percussions-Projekte,die es
in den letzten 20 Jahre gegeben hat,zaehlt ein derartiges wie das von
Landolt immer noch zu den eher "randstaendigen".
Die Kunstform "Percussionsmusik" ist immer noch ein Genre,welches
abenteuerlich ist und in welchem Begriffe wie Improvisation und Komposition
- und deren Verhaeltnis zueinander-,nicht einfach per se von vorn herein
ausdefiniert sind.Da bleibt - sieht man von der "Neuen Musik"
ab-immer viel Spielraum.
DIE KOMPOSITIONEN
Die Kompositionen sind von allen 4 Mitgliedern von Landolt.
Ein jeder bringt Stücke.
Die Erarbeitung wird vom Komponisten instruiert.Es fliessen aber kollektive
Entscheidungen bei der Umsetzung ein.
Die Kompositionen sind sehr unterschiedlich.
Von "sehr streng" - alles ist ausnotiert und tutti spielt vom
Blatt-bis hin zu Teilen,die,obwohl sie luftig und leicht klingen,streng
und rigide gespielt werden müssen.
DIE IMPROVISATION
Wie schon oben beschrieben,war es Teil der Probenarbeit und besonders
der Konzerte,betreffend des Anteils an Improvisation und auch individueller
Freiheit innerhalb oder auch ausserhalb bestimmter Raehmen und Vorgaben
Klarheit zu bekommen.
Das "Solo" als Ausdruck von Improvisation über musikalische
Abläufe und Formen - wie wir es von dem,was man/frau als "Jazz"
bezeichnet,kennen - hat zwar auch seinen Platz in unseren Kompositionen.
Wichtiger aber sind uns die kollektive Gestaltung von rhythmisch-arhythmischen
Soundskulpturen sowie die metrische Ausgestaltung von Rhythmen in ihren
mannigfaltigen Facetten -von dichtem rhythmischen Interplay bis hin zum
fast hörbaren Stillstehen von Zeit.(Nachzulesen auch unter Landolt
/ Eigenbeschrieb))
Dies beinhaltet eine sehr intensive Auseinandersetzung jedes Einzelnen
von uns mit dem musikalischen Material,auf dass dann jeder auch über
genügend Paletten und Möglichkeiten verfügt,frei mit dem
Material umzugehen und auch immer wieder Impulse zu geben, welche einer
Komposition eine andere klangliche oder rhythmische Richtung geben.
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