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GILBERT
PAEFFGEN TRIO
OLESNICKA-POLAND
Juli 2006

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JAZZPODIUM
August 2005

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FACTS
10.03.2005

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EMSDETTENER VOLKSZEITUNG
28.02.2005

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NEUE LUZERNER ZEITUNG
23.05.2004

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«DER BUND» KULTUR www.ebund.ch
2.8.2004
Das Trio des Schlagzeugers und Hackbrettspielers Gilbert
Paeffgen mit Pfammatter und dem E-Bassisten Urban Lienert, das seine neue
CD (siehe «Bund» vom Mittwoch, 28. Juli) präsentierte,
pflegt einen groovebetonten, urbanen Jazz, der sich Dancefloor-Beats gegenüber
nicht verschliesst, sondern diese gleichsam osmotisch in sich aufnimmt.
Das Ergebnis wirkt melodisch, aber auch rhythmisch entschlackt und gewinnt
dadurch an Dringlichkeit. Motor des Ganzen ist Paeffgens fein ziseliertes
Schlagzeugspiel, das durch die Konzentration auf den Puls und den reduktionistisch
zu nennenden Verzicht auf zerstreuendes Beiwerk auf konsequente Art «verwesentlicht»
ist. Dass der Leader auch ein Flair für betörende Klangeffekte
hat, zeigen seine Ausflüge ans Hackbrett. (gmn)
Das Gilbert Paeffgen Trio stellt im BeJazzSommer sein neues Album vor
Diese Musik kennt nicht nur die lächelnden Aspekte
des Lebens, sondern auch die Melancholie. Sie blendet uns nicht mit spektakulären
Effekten, sondern zieht uns in ihren Bann, weil sie sich Zeit lässt
bei der Entwicklung von Ideen und Stimmungen. Selbst dort, wo das Trio
des Schlagzeugers Gilbert Paeffgen mit fraktalen Dancefloor-Beats jongliert,
kommt keine übertriebene Hektik auf.
Nachdem er in der zweiten Hälfte der 90er-Jahre
intensiv mit den Holländern Mike Del Ferro (Piano) und Tony Overwater
(Bass) zusammengearbeitet hatte, fand Paeffgen in dem in Luzern domizilierten
Pianisten Hans-Peter Pfammatter einen kongenialen Partner. Der mit viel
Übersicht agierende Pfammatter prägt das Klangbild des Trios
nicht nur als poetischer Improvisator, sondern auch als Komponist mit
einem Faible für überraschende Strukturen und klischeefreie
Melodien. Übernahm auf dem vor drei Jahren erschienen Debüt
«Pedestrian Tales» Patrice Moret den Bass-Part, so wechseln
sich auf dem Zweitling «Sketches from Europe» (Edition Musikat)
der schnörkellose Kontrabassist Nicolas Thys und der geschmeidige
Elektrobassist Urban Lienert ab (beim Konzert in Bern wird Letzterer dabei
sein).
Bezüge zur Tradition
Ursprünglich wollte Paeffgen das neue Album «Old
Europe» nennen: in Anspielung an die berühmt-berüchtigte
Verbalattacke des US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, mit der dieser
diejenigen europäischen Staaten abkanzelte, die der amerikanischen
Irak-Politik mit Ablehnung begegneten. Paeffgen sieht sich allerdings
nicht als Agitpop-Künstler. Die skeptische Distanz zum «American
Way of Life» (und zum «courant normal» des Piano-Trio-Jazz)
wird in der Musik seiner Gruppe nicht mit plakativen Mitteln markiert,
sondern mit subtilen Bezügen zur europäischen Musiktradition.
Dazu gehören auch folkloristische Elemente. Gelegentlich wechselt
Paeffgen gar vom Schlagzeug zum Hackbrett: Die eng verzahnten, repetitiv-meditativen
Sound-Texturen, die er dann im Dialog mit Pfammatter schafft, zählen
zu den schönsten Momenten auf «Sketches from Europe».
(tom)
Ein Hauch des Windes im Sommer
Das Leichte und das Leere liegen in der Musik nah beieinander.
Zwischen ihnen verläuft eine feine Grenze: Hier musikalische Sparsamkeit,
da Ideenlosigkeit. Die Grenze trennt Spannung von Langeweile, das Lebendige
vom Toten. Klare Gegensätze, würde man denken. Doch manchmal
dauert es, bis man weiss, auf welcher Seite man gelandet ist.
Die neue CD des Gilbert Paeffgen Trios fängt sehr nebenbei an. Die
Phrasen des Klaviers haben die Beiläufigkeit eines sommerlichen Windhauches.
Höre ich da einen Bass? Oder nur das Wiegen meiner Seele? Und dann
schlägt da einer - nicht den Takt, sondern das Knarren der Zeit.
Die Linien und Laute schmiegen sich locker aneinander.
So locker, dass man leicht das Staunen über ein meisterhaftes Stück
Musik in der alten Tradition des interaktiven Jazz vergisst. Unverwechselbar
wird das Trio dort, wo seine Improvisationen eine zwanglose Mélange
mit liedhaften Kurzmelodien und Minimal-Patterns eingehen. Was alles in
allem eine Grundstimmung magischer Gedämpftheit ergibt, die sich
auch unter den sphärischen Klängen des sonst eher expressiven
Appenzeller Hackbretts nicht auflöst.
Diese Musik heischt nicht um Aufmerksamkeit, sie entführt das Bewusstsein.
Was, nebenbei gesagt, den Vorteil hat, dass man nicht bemerkt, wenn sie
sich einmal auf die andere Seite der Grenze verirrt - in die Leere. (Urs
Bruderer)
LA VANGUARDIA / BARCELONA
22 Januar 2004

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KONZERT IM SAUSCHDALL

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GILBERT PAEFFGEN
| SAITENPROFIL www.saitenprofil.de
6.2.2007

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14.3.2007
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Gilbert Paeffgen - Joran
Mit Joran bezeichnet man einen aus Westen bis Nordwesten wehenden
kalten Bergwind am Südosthang des Juragebirges (Schweiz). Dieser
Wind tritt im Winter vor allem im Zusammenhang mit Kaltfronten auf,
die den Gebirgszug überqueren. Im Sommer wird er nicht selten
von lokalen Gewitterherden hervorgerufen, deren kalte Downdrafts beschleunigt
die Hänge hinabgleiten. Quelle: http://www.top-wetter.de/lexikon/j/joran.htm
Gilbert Paeffgen hat den Titel seiner CD "Joran" vortrefflich
ausgesucht. Das traditionelle Appenzeller Hackbrettspiel trifft auf
Einflüsse aus Westen und Norden, auf moderne Einflüsse der
Jazz- und Weltmusik. Und die "Downdrafts", die dabei entstehen,
lassen den Zuhörer in eine tolle Welt der Hackbrettmusik eintauchen.
Dabei sind neben zahlreichen Soloimprovisationen auch drei Ensemblestücke
auf der CD veröffentlicht: "Eine kleine Entscheidung"
und "Golden Wings" sind tolle Kompositionen mit Gesang und
Drum&Bass-Loops und "Rondelle" ist eine Aufnahme mit
dem Jazz-Ensemble von Gilbert Paeffgen. Dadurch ist für Abwechslung
gesorgt, wobei die Solo-Titel selbst keine Langeweile aufkommen lassen.
Dafür ist das Hackbrettspiel des gelernten Schlagzeugers einfach
zu spannend. Zwar bestehen die Stücke oft nur aus wiederkehrenden
Patterns, doch die sind oft harmonisch und rhythmisch so raffiniert,
dass sie einen fesseln. Erwähnt sei hier nur Titel 7 "Taiphoon",
ein sehr rhythmisches Stück und Titel 8 "Cloches" ein
sehr sphärisches Stück.
Auch als eingefleischter Fan des Salzburger Hackbretts und dessen
Klangs, bin ich von dieser CD schwer beeindruckt, zeigt sie mir doch
ein ganz neues Klangspektrum des schweizerischen Pendants auf. Wieder
ein Muss für jede gut sortierte Hackbrettmusik-CD-Sammlung. Volksmusikfreunde
sollten aber die Vorsicht walten lassen, doch zum "Experimentieren"
mit Neuem, wäre "Joran" sicher geeignet. |
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Zurück in eine schöne Zukunft
Der Berner Schlagzeuger Gilbert Paeffgen gewinnt mit dem Hackbrett an
Individualität – das zeigt «Joran», seine neue
CD.
Es ist nicht ganz einfach, den in Deutschland geborenen und mit 21 Jahren
in die Schweiz übersiedelten Gilbert Paeffgen zu rubrizieren. Vom
Krautrock bis zu Kollaborationen mit der Opernsängerin Barbara Hendricks
reicht sein Spektrum. Neben dem Trommeln arrangiert, komponiert, lehrt
und produziert der Mann, dessen Ziel es ist, sein mehr und mehr ausdifferenziertes
Schlagzeugspiel in diverse musikalische Prozesse zu integrieren.
Orthodoxes Format
Im Zentrum von Paeffgens Arbeit steht ein ansehnlicher Werkblock, den
er seit einem Dezennium mit zwei wechselnden Pianotrios eingespielt hat.
Das Pianotrio ist eines der orthodoxesten Formate des Jazz. Es lebt vom
akustischen Fluss der Interaktionen dreier Beteiligter und ist neuerdings
erfolgreich herausgetreten aus der Cocktailuntermalungsecke. Esbjörn
Svensson, Tord Gustavsen, Brad Mehldau und Keith Jarrett füllen in
der Besetzung des magischen Dreiecks die grossen Säle dieser Welt.
Paeffgen spielt in einer anderen Liga, aber das macht er unaufdringlich
gut. Der Gefahr des Austauschbaren ist er so nicht immer entgangen. Ganz
vorsichtig integriert er Elemente der Popkultur, wobei er Spektakuläres
vermeidet zu Gunsten ruhiger Gediegenheit. Sehr viel hat das mit impressionistisch
Leichtem zu tun, wenig mit dem üblichen Umdeuten des grossen amerikanischen
Liederbuchs.
Hier wird auf Eigenem beharrt und auf kleinen Partikeln insistiert. Das
kann sympathisch zurückhaltend sein, bisweilen auch überdehnt.
Um Letzteres zu vermeiden, hat Paeffgen zunehmend das Hackbrett einbezogen,
und stets, wenn er das tat, hat seine Musik an Individualität gewonnen.
Auf seiner neuen CD widmet er sich dem Instrument ganz. Kein Schlagzeug,
nirgends.
Handliches Bauernklavier
Auch wenn auf der kuriosen Internetseite www.hackbrett.de gejammert wird
(«In unserer heutigen Zeit hat das Hackbrett einen schweren Stand»),
so ist das handliche Bauernklavier doch ganz und gar nicht verschwunden
aus den Besetzungs- listen im Grenzbereich von Jazz und World. Im Gegenteil:
Es ist omnipräsent auf dem weiten Feld der imaginären Folklore,
frei von den Diskreditierungen, die das Fernsehen in windschnittig gleichgeschalteter
Schunkelseligkeit provoziert.
Geklöppelte Sounds
Gilbert Paeffgens neue Platte kommt also nicht aus dem Nichts. Etwas Besonderes
ist sie schon, wegen ihres solistischen Spiels in einer mutigen Rückrufaktion
etwa. Oder wegen ihres Konzeptes der Reduktion. Also sollte man das erste
Stück schnell hinter sich bringen–es klingt, als würde
sich da einer selbst nicht trauen und in schicke Flughafenlobbysounds
flüchten. Was folgt, ist besser, weil konsequenter. Das segelt geklöppelt
von irgendwoher nach irgendwohin, ist fernöstlich angehaucht und
keltert aus dem Keltischen. Das schillert in Verfremdung und schwenkt
ein in eine lange Tradition: Historische Gerichtsprotokolle belegen, dass
man am 24. April 1631 in Bern verbotenerweise zum Hackbrett getanzt hat.
Bei Gilbert Paeffgen könnte man es wieder – auf ganz eigene
Art.
JOURNALISMUS - nachrichten von heute http://oraclesyndicate.twoday.net/stories/651727
26.4.2005
Windiges Hackbrett
Eine Reise mit Gilbert Paeffgen führt zu Klang-Erlebnissen die überraschen.
Seit Jahren schon mischt der deutschstämmige und in Bern lebende
Schlagzeuger und Hackbrettspieler Gilbert Paeffgen in den oberen Rängen
der Schweizer Jazz-Szene mit und was dabei entsteht heisst mitunter „Neue
Volksmusik“.
Das international bekannte Trio, welches sich vor allem auch mit der
viel beachteten CD „Sketches From Europe“ hervortat, gibt
Einblicke in verschiedene Genres akustischer Welten. Mit dem Bassisten
Urban Lienert vermischt Paeffgen Jazz, keltische Musik und Sequenzen aus
Bass- 'n'- Drum turnarounds dezent mit impulsivem Schlagzeug, Jungle und
Ambient Sounds, und darüber biegen und winden sich die Melodielinien
des Klaviers zu einem geschmackssicheren und unverwechselbaren Trio Sound.
Paeffgen Trio eben. Ohne Zweifel, Paeffgen ist eine kreative innovative
Musikerpersönlichkeit, der heute zu den Exportartikeln der Schweizer
Jazz Szene gehört. Spannend an seinem Trio und seiner Arbeit ist,
dass er ein uraltes Instrument einer jungen Generation wieder nahe bringt.
Mit dem Engelsinstrument, dem Hackbrett, lässt er Klänge erklingen,
die sich vorzüglich in sein musikalisches arbeiten mit dem Trio einfügen.
Nun hat er mit dem ursprünglich aus dem persisch – indischen
Raum stammende Hackbrett eine weitere CD produziert. Joran.
Joran ist gewöhnungsbedürftig. Der Klang des Instruments ist
windig, ist sicher vielen noch unbekannt und wird vielfach skeptisch belächelt,
allen voran es stark mit der Appenzeller Länder Musik assoziiert
wird. Jene Musik übrigens ist auch nicht zu unterschätzen und
hat durchaus seinen Reiz. Gilbert Paeffgen indes, spielt auf Joran keinen
Appenzeller schottisch, er zeigt die geschlagenen Engel in einem neuen
Kleid. Treibend, groovig, tanzbar.
Aber nicht nur: Er zeigt sein Instrument auch von einer verklärten
und subtileren Seite. Und so ist Joran zum verweilen, zum hören,
zum träumen. Die neue CD ist nicht vergleichbar mit seinem Trio Sound,
er spielt nicht den Jazz. Viel Raum lassend und viel klingend, das Hackbrett
ist keine einfache Geliebte, zeigt sich Paeffgen von einer anderen, spannenden
Seite, zum Teil durch Gesang und Bass ergänzt. Paeffgen und andere
Musiker am Hackbrett tragen im Moment eine Menge zur Wiederbelebung und
Bereicherung unseres Kulturgutes bei, wurden die Trapez Engel aus dem
frühen Persien doch beinahe vergessen und feiern heute Renaissance.
Geschlagene Engel in einem neuen Kleid. Treibend, groovig, tanzbar.
WEIHNACHTSKONZERT MÜNSTER BERN 2004
15.12.2004
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L `IMPARTIAL
Dominique Bosshard 19.11.1997
„ .....La prestation offerte par Gilbert Paeffgen et ses acolytes a dévoilé
une nouvelle dimension du jazz actuell,une musique incroyable moderne
aux struct-ures complexes permettant aux musiciens de s `exprimer pleinement
et librement. ,,,,il crée,compose et,percussioniste fou,progresse avec
une facilité démentielle à travers les structures rythmiques époutouflantes
de ses compositions....“
LE SOIR BRUXELLES
André Joassin 21.7.1996
„Sans pour autant renier ses origines rythmiques,la batterie devient alors
un outil melodique étonnant. Musique pour le moins personelle et précieuse
que celle de Gilbert Paeffgen,indifférente à l`air du temps et aux modes,dénuée
donc de toute démagogie malgré ses aspects ludique, elle est exécutée
avec une telle sensibi-lité que chaque auditeur garde l `impression qu
`elle le fut pour lui seul.
En un mot : magnifique.“
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THE TREYA QUARTET
KONZERT IM DEUTSCHLAND
RADIO - SENDER BERLIN
Bettina Walch 22.10.1998
„Wir wechseln nun völlig die Musikfarbe und begeben uns im Kontrast zur
ver-klungenen Musik des 17. Jahrhunderts ins zeitgenössische Cross Over.
Seit langem besteht zwischen dem Jazz und der sogenannten E-Musik eine
heim-liche Liebe.In dieser Hinsicht machen derzeit Jazzer wie Michael
Riessler, Uri Caine oder das Schweizer Treya Quartet auf sich aufmerksam,die
sich in sehr indivi-dueller Weise mit dem musikalischen Material der komponierten
E- Musik ausein-andersetzen.
Die aktuelle Neuerscheinung auf diesem musikalischen Terrain stammt jüngst
von diesem Monat und soll hier bis zum Beginn unserer nächsten Sendung
um 22.00 Uhr vorgestellt werden:Das Treya Quartet mit seiner Sicht auf
Lieder von Gabriel Fauré. Der Zugriff ist hier durchaus mit französischem
Charme gewählt :
Das Treya Quartet greift den Gestus impressionistischer Harmonien,liedhafter
Melodieführung,klarer Akkordentwicklung auf und überträgt diese Charakteristika
des Faurè`schen Stil auf das Jazz-Milieu. So werden aus den Liedern Gabriel
Faurès träumerische Balladen.Stärker noch als Faurè hat dessen Schüler
Maurice Ravel die Jazz-Harmonik beeinflusst-man denke nur an das Bekenntnis
von Miles Davis über das,was er alles Ravel verdankt.Das Treya Quartet
ist nun der Mein-ung,dass allerdings die musikalische Grundlage für Ravel
schon bei Gabriel Faurè begründet liegt.Nach seiner Meinung ist Faurè
der Vater und Gedankengeber für die Entwicklung einer speziell französisch
geprägten Akkordik,die von Satie über Ravel und Debussy bis hin zu Messiaen
führt.
Und so man sich auf die Liedgestaltung Gabriel Faurès überhaupt einlassen
kann, wird man sich auch in der zumeist melodiösen und sensiblen Jazz-Version
durch-aus heimisch fühlen.
Eine Einspielung,die in ihrem Verzicht auf erruptive Virtuosität, in ihrer
freund-lichen Melancholie eine Scheibe für besinnliche Momente ist und
wer liebt nicht gerade diese Augenblicke der Musse?“
WELTWOCHE SCHWEIZ
Peter Ruedi 1999
„A la recherche du pére perdu"
Klassik zu „verjazzen“ war einmal eine erfolgreiche und
schreckliche Mode.
Mit Grauen denken wir an die Versuche des armen,verstorbenen Jaques Loussier
zurück,Johann Sebastian Bach auf Barmusik runterzutransportieren (besser
: zu entsorgen,im Wortsinn). „Play Bach“ hiess die Formel,und „verjazzen“
klang ja schon damals wie „verhunzen“.Eugen Cicero unternahm aehnliches
mit Chopin, was als Sakrileg insofern leichter wiegt,als der Pole ja tatsächlich,wenn
auch auf höchstem Niveau,ein Salonmusiker war.
Den Untergang des Abendlands bedeutete das alles ohnehin nicht.Die Originale
blieben ja unangetastet präsent und Denkmalpflege wird in der sogenannten
E-Musik ohnehin eher zuviel als zuwenig betrieben.
Im Ernst:Selbstverständlich haben sich Jazzmusiker seit je auch mit komponierter
europäischer Musik befasst.Der Weg vom Salon zum Saloon war schon kurz,als
der Jazz in der Wiege lag.
Ragtime und die daraus entstandene improvisierte Pianomusik ist ohne vergessene
Genies wie die viktorianischen Entertainer Gilbert&Sullivan oder die Märsche
von Sousa so schwer vorstellbar wie Bill Evans ohne den Impressionismus
von Deb-ussy, Ravel,Satie.Deren Harmonik hat den halben modernen Jazz
genährt.
Womit wir beim Thema wären:bei einer CD,die ganz der Musik von Gabriel
Faure gewidmet ist.Gabriel who?,wird sich der Jazzfan fragen und damit
schon eine Leg-itimation dieses Unternehmens liefern.Das Quartett nennt
sich The Treya Quartet und besteht aus dem italienischen Trompeter Paolo
Fresu,dem holländischen Bassisten Tony Overwater,dem in der Schweiz lebenden
deutschen Schlagzeuger Gilbert Paeffgen und dem australischen Pianisten
Peter Waters (auch der lebt in Zürich und ist als einziger der vier hauptsächlich
in der sogenannten Klassik unterwegs).
Faurè,geboren 1845,gestorben 1924 (geschlagen von Taubheit,wie Beethov-en),war
einer der Väter der ranzösischen Moderne : der Lehrer des Elsaessers Charles
Köchlin,von Nadja Boulanger und Maurice Ravel.Er schrieb alle denkbare
Musik (sakrale und weltliche,Orchesterwerke,Kammermusik und vor allem
wunderbare Lieder).
Dem Vater der Impressionisten die Ehre zu erweisen ist so folgerichtig,dass
wir uns fragen,weshalb es nicht längst jemandem eingefallen ist.
Die Treya 4 „verjazzen“ Fauré nicht,sie spielen seine Musik,nur eben wie
Jazz-balladen. Fresu klingt auf seiner harmon-gedämpften Trompete wie
der aufer-standene Miles,Overwater spielt einen hinreissenden Bass und
Paeffgen ein sich vor Zurückhaltung fast verflküchtigendes Schlagzeug;
Waters,gelegentlich fast zu nah an den Vorlagen,verwaltet gewissenhaft
den originalen Gabriel.Ansonsten: ein Ohrwurm nach dem anderen.Das Schwergewicht
liegt beim jungen Faurè,und das Projekt ruft nach Fortsetzung.Wie sich
Faurès bemerkenswerte,fragile und durchsichtige Kammermusik in dem auflössen
liesse, was im Jazz „Interplay“ heisst,wäre auch noch zu erforschen.Freuen
wir uns über den Anfang.Er ist ein Glücksfall,mehr als die Ausbeutung
einer weit hergesuchten Antiquität.“
FREIBURGER NACHRICHTEN
Georg Modestin 1999
„Gabiel Fauré:Klassiker neu eingekleidet"
........Das Treya Quartet hat dem Altmeister Gabriel
Fauré ein ganzes Album ge-widmet,auf welchem seine Kompositionen in behutsamer
Weise in das Idiom des Jazz übertragen worden sind.Einen besonderen Anteil
am Gelingen des Experi-ments haben der aus Australien stammende Peter
Waters-sein delikater Anschlag verrät den klassischen Hintergrund-sowie
der in Bern ansässige deutsche Schlag-zeuger Gilbert Paeffgen,die bei
den Arrangements federführend waren.
Zusammen mit dem niederländischen Bassisten Tony Overwater sowie dem ital-ienischen
Trompeter Paolo Fresu erwecken sie die Vorlagen zu neuem Leben,das von
getragener Elegik geprägt ist.Dabei verhindert die sparsame Linienführung,
dass die auf unerreichbare Ziele gerichtete Sehnsuchtspoesie in kitschiges
Selb-stmitleid umschlägt.Gleichzeitig sorgt die unterschwellige rhythmische
Spannung dafür,dass trotz gemächlicher Tempi keine zähflüssige Sentimentalität
aufkommt. Die CD überzeugt durch die Aesthetik der Einfachheit,die auch
den Mut zur Stille beinhaltet.
Damit der Live Auftritt unter diesen Vorzeichen nicht allzu vergeistigt
ausfällt, wurde das Fauré-Programm in der Spirale durch Nummern der Band-mitglieder
aufgelockert,in denen auch schon mal vergleichseise deftiger Funk zu hören
war. Dieser färbte dann mit zunehmender Dauer auch auf den ehrwürdigen
Franzosen ab,so dass dessen Melodien gegen Konzertende einige ebenso erfrischende
wie unerwartete Wendungen nahmen.“
ST.GALLER TAGBLATT
Bettina Kugler 1999
„Traumhafte Jazzimpressionen"
.........“CrossOver“ lautet üblicherweise das Zauberwort
solcher Vereinnahmungen „klassischer“Musik durch Künstler der Unterhaltungsbranche
und umgekehrt.Weil sich jedoch Paolo Fresu (Trompete/Flügelhorn),Tony
Overwater (Bass),Gilbert Paeffgen (Drums) und Peter Waters (Flügel) keineswegs
mit musikalischem Enter-tainment auf der Basis ernstzumehmenden Materials
zufrieden geben,hat ihr Ex-periment mit konversationstauglichem „Play
Fauré“ wenig zu tun.
Faurè wird hier weder weich gespült noch gegen den Strich gebürstet,sondern
in atmosphärischen Balladen und leichtfüssigen Liedarrangements nach seinen
ver-borgenen Geheimnissen befragt. Sie kommen ihnen auch in den eingestreuten
Kompositionen des sanftmütigen Sarden Paolo Fresu auf die Spur,Stücken
voll Poesie,in denen die Seelenverwandschaft mit dem melodiesüchtigen
Franzosen spürbar wird.
Ob Metamorphosen oder Traumwege : in der gedämpften Trompete,im sanften
Puls des Basses,den hellen Geistesblitzen auf der Tastatur des Flügels
spiegeln sich die musikalischen Visionen des impressionistischen Ahnherren
und seines zeitgenössischen Erben. Das Schlagzeug wird bei Gilbert Paeffgen
zum behut-samen Streich(el)-Instrument und fügt sich bestens ins schwebende
Klangbild ein.
Vom „Krautrocker“ hat sich der in Bern lebende Würzburger damit zum rhyth-mischen
Pointillisten gewandelt.Treyas vorbeiziehende Klangbilder und Jazz-impressionen
„Apres un rève“ sind nicht schwarzweiss,sondern in jenen Pastell-tönen
koloriert,die Faurè zart in die Musikgeschichte getupft hat.“

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GILBERT PAEFFGEN / JOE MC HUGH
FACTS
Okt. 1996 Bänz Friedli
Neuer Folk
Wer Grenzen überschreitet,ohne in Allerweltsbeliebigkeitabzugleiten,dem
gelingt Weltmusik.
Aus verschiedenen Einflüssen schaffen der Percussionist Gilbert Paeffgen
und der Flötist und Uilean Pipe Spieler Joe Mc Hugh eine schöne Identität.Fast
zu schön, zu luftig lässt sich zwar ihre Volksmusik an,doch dann erden
Miss- und Zwischen-töne das Spiel mit Hackbrett,Pipes und Fellen,verleiht
ein Kontrastieren der Kult-uren Spannung: Ein bretonisch-irisches Gemisch
zeigt Ursprünge auf,indem es Kontinent und Inseln verbindet,der deutsche
Wahlberner Gilbert Paeffgen stellt eine schweizerisch-schottische Achse
zwischen Jodel und Dudelsack her,und die irische Gastsängerin Shirley
Grimes erinnert in „Farewell,Farewell“ daran,dass sie die schönste Stimme
der Schweiz besitzt.
FOLKSBLATT
Okt. 1996 Frank Jagusch
Zwei verschiedene Instrumentalisten aus verschiedenen
Ecken Europas haben sich zusammengefunden.(....) Ihre Musik ist meist
an die Keltische Tradition angelehnt,wobei sich das Hacknbrett als ein
Instrument mit grösserer Klangvielfalt und Ausdrucksstärke als die Keltische
Harfe erweist.Es ist schon erstaunlich,wie ein urschweizerisches Stück
wie der „Berner Jodel“ nahtlos in den Kulturkreis dieser „Musique Folklorique
Imaginaire“ einfliesst.Neben Traditionals sind auch viele Eigenkompositionen
beider Musiker zu hören.
FREIBURGER NACHRICHTEN
Hackbrett et cornemuse pour une reivention totale du
folk Ce que le hackbrett, cette planche a cordes appenzelloise qui se
joue à l`horizontale avec des bag-uettes a de commun avec la cornemuse,cèst
de faire chanter le coeur des amateurs de musique folklorique,et Dieu
sait sìls sont nombreux.Quant au coeur de Gilbert Paeffgen et de Joe Mc
Hugh,il vibrent à lùnisson pour ce quìls nomment une „sorte de musique
folklorique imaginaire“ dont ils sont les createurs.
En effet ,en melangeant les sons de divers instruments folkloriques,ils
ont su trouver un style original plein d`audace qui leur est tout a fait
propre. Malgré des parcours differents,c`est gràce à leur amour pour la
musique folklorique qu`ils se sont trouvés réunis.Joe Mc Hugh,lui,a gagné
aà dixhuit ans le prix du meilleur joueur de „pipe“,c`est-a-dire de cornemuse,de
toute l`Irlande.Cette distinction et sa réputation ont contribue à lui
assurer des collaborations avec entre Antonio Breschi et Slua Nua.Quant
a Gilbert Paeffgen,il s`est dirigé trés tot vers les percussions,ce qui
lui a valu de jouer avec L`inénarrable trio Aventure Dupont.

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DEL FERRO / OVERWATER / PAEFFGEN
FULDAER ZEITUNG
Rainer Ruhl 15.11.1999
„Avantgardistischer Jazz Das Del Ferro - Overwater -Paeffgen
-Trio trat mit Klavier,Bass und Schlagzeug in der klassischen Jazzbesetzung
an.Was allerdings beim Konzert im gut besuchten Cafe Flamme geboten wurde,war
alles andere als „klassisch“.Die Themen gebärdeten sich zwar im herkömmlichen
Stil des Cool Jazz oder Modern Style,aber der Gesamtklang,der harmonische
und rhythmische Be-reich wurden derart spartanisch behandelt,dass Grenzbereiche
zur Neuen Musik und „Neoklassizistisches“ zusammen genommen eine faszimierende
Spielweise des avantgardistischen Jazz betraten. Da gab es , bei aller
virtuosen Beherrschung der Instrumente, keine Soli mit Glitter und Glamour.Alles
war eingebunden in einen homogenen,fein aufeinander abgestimmten Gruppensound.Viel
Gespür für lyrisch-en Tiefgang, mit einem Hauch von Melancholie,kennzeichnete
die Eigenkomposit-ionen des Trios,das vor zwei Jahren die Fuldaer Jazzfreunde
im Kulturkeller schon einmal begeistert hatte.
Konsequent aufgebaute,grosse Spannungsbögen weitab vom herkömmlichen Swing
oder Drive wurden sensibel gestaltet.“September“,“De Zeven Zwergen“
(mit einem komplexen Siebenachteltakt als Grundlage)oder die vielschichtige
„Ballade X“ demonstrierten das breite Spektrum,innerhalb dessen sich das
Del Ferro-Overwater-Paeffgen-Trio bewegt.
Klanglich experimentelle Felder,“gebrochene“ Melodik oder Ostinati mit
leichten Verschiebungen (mit einem Hauch asiatischer Heterophonie) sorgten
für prickeln-de Momente. Das war - mitunter auch „romantische“ Sphären
streiffend-lebend-iger, abwechslungsreicher Jazz.Stilisierte Waltzer-oder
Tangothematik,den Swing immer als distanziertes Brechungsmittel gebrauchend,
malerische Balladen und „knochentrockene“ Themen als Improvisationsfundus
wechselten einander ab; nicht spektakulär,nicht Effekte haschend,aber
dennoch intensive Wirkung erziel-end.
Solch spartanischer und gleichzeitig temperamentvoller Jazz faszinierte
das Publikum,das sichtlich ergriffen nach fast jedem Takt und und nach
(wenigen )Soli reichen Applaus spendete.
BASLER ZEITUNG
Christian Fink 19.4.1998
„Meditative Wohltat,Labsal für die Seele Früher,zehn
Jahre lang,experimntierte er zusammen mit seinen Musikerkollegen Bänz
Oester und Vinz Vonlanthen mit der Formation „Aventure Dupont“.
Doch diese Abenteuer sind längst (helvetische) Musikgeschichte.Seit vier
Jahren ist der Drummer Gilbert Paeffgen nämlich (nebst anderen Projekten)
hauptsächlich daran, zusammen mit zwei holländischen Musikern,dem Pianisten
Mike del Ferro und dem Bassisten Tony Overwater ,die Bandbreite der Jazztradition
auszuloten, wobei nicht bis in die Dixie- und New Orleans-Epoche zurückgegriffen,sondern
im wesentlichen der Bereich des Modern Jazz an die Hand genommen wird.
Das ist an sich nichts Aussewrgewöhnliches und wird von zahllosen Formationen
getan. Beim Trio Del Ferro-Overwater-Paeffgen handelt es sich jedoch um
den Versuch, die Kompositionen mit ausgesparten Mitteln auf das Wesentliche
zu reduzieren. Dabei entsteht ein äusserst fragiler,gleichsam verdichteter
Sound,das quasi offengelegte feine Gerüst der Kompositionen-die meisten
stammen aus der Feder der Bandmitglieder-in den Vordergrund zu rücken
:Gearbeitet wird mit viel Gespür für lyrischen Tiefgang;die Melancholie
ist stet Begleiterin der Klangaufbauten;die Sicht der drei Musiker bzw.
ihre Haltung ist intraspektiv;Effekthaschereien sind ebensowenig ein Thema
wie laute,vordergründige Klangsequenzen.Und : Bei der Arbeit von Del Ferro,Overwater
und Paeffgen sticht die Absicht zur homogenen Klangwirkung hervor. Auch
solistische Einlagen wirken nie losgelöst vom Gruppen-verband.
Die Kompositionen des Trios,die mehrheitlich im Bereich kühler,gleichzeitig
malerischer Balladen angesiedelt sind,zwischenzeitlich jedoch auch mit
Drive gebrochen werden,bedienen sich verschiedener Stile.Sie greifen auf
den Waltzer ebenso zurück wie auf den Tango,sie lassen ein Faible für
die klassische Musik erkennen und haben schliesslich im Bop ein Feld,in
dem sich einiges aufarbeiten lässt.
Dies alles ist wenig spektakulär.Doch der Sound des Trios ist angesichts
der mannigfachen Attacken,die im Aether auf unseren Hörsinn einwirken,eine
meditative Wohltat,gleichsam Labsal für die Seele.“

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